Endlich trocken, endlich wieder leben - Ambulanter Entzug vom Alkohol
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Wer vom Alkohol loskommen will, schafft das nicht zu Hause. Er muss raus aus seinen gewohnten Strukturen und für einige Wochen in die Klinik - das war lange die vorherrschende Meinung in Fachkreisen. Aber dieses Modell ist nicht für jeden von Vorteil: Ein Outing im Job und im Privatleben ist dann oft unvermeidlich, außerdem ist die Klinik fernab von allen Alltagsproblemen. Wieder zu Hause ist die Gefahr groß, in alte Verhaltensmuster zu fallen. Als in München in den neunziger Jahren eine der ersten Fachambulanzen für Suchtkranke eröffnete, war das gewagtes Neuland: Alkoholentzug, während der Alltag weitergeht. Inzwischen ist es ein erfolgreiches Modell, das aber noch weitgehend unbekannt bei Betroffenen ist - oder gefürchtet: Denn nach dem Entzug geht die Aufgabe, den Alkohol wirklich hinter sich zu lassen, erst richtig los. Die Patienten stellen sich einem Jahr schonungsloser Selbstkonfrontation. Sie lernen ihre Alkoholsucht zu verstehen, aber nicht nur körperlich, denn es gilt auch das anzuschauen, was hinter ihrer Sucht steht. Und sie beginnen im Idealfall, ihr Leben zu ändern. Katharina Hübel porträtiert im Notizbuch-Nah dran "Endlich trocken, endlich wieder leben" drei Betroffene auf ihrem Weg zu einem trockenen Leben.
Quelle: BR

