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Quadriga: Der internationale Talk

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Ägypten - versinken die Wahlen in der Gewalt? Wenige Tage vor den ersten freien Wahlen droht Ägypten erneut im Chaos zu versinken. Tausende Ägypter protestieren wieder auf dem Tahrir-Platz - diesmal aber gegen die Militärregierung. Der Protest eskaliert zusehends. Die erste Bilanz: über 30 Tote und viele Verletzte durch Schlagstöcke, Tränengas und Gummigeschosse. Sind jetzt die Wahlen zum neuen Parlament, die am Montag beginnen sollen, gefährdet? Die Angst der Bevölkerung vor der Rückkehr alter Machthaber ist genauso groß wie das Misstrauen gegenüber dem Militärrat. Einst im Kampf gegen das alte Regime als Verbündete gefeiert, wirft die Bevölkerung den Generälen jetzt vor, mit der gleichen Gewalt gegen Oppositionelle vorzugehen wie einst Mubaraks Schlägertruppen. So fragen sich jetzt viele Ägypter, ob der Militärrat wirklich einen politischen Wandel herbeiführen will, oder ob es ihm nur um den eigenen Machterhalt geht? Der Chef des Militärrats, Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi, gilt vielen als neuer Mubarak. Die noch vom gestürzten Präsidenten eingesetzten Generäle betonen immer wieder, nur den Übergang in eine zivile Regierung begleiten zu wollen. Doch die Übergangsregierung aus Experten, inzwischen komplett zurückgetreten, war nichts als eine Marionette des Rates. Auch der Entwurf einer Verfassung zementiert den Machterhalt der Militärs statt neue demokratische Strukturen. Tausende von willkürlichen Verhaftungen, Folter und andere Menschenrechtsverletzungen tun ein Übriges, um das letzte Vertrauen zu zerstören. Inzwischen haben sich die Anhänger der islamistischen Muslimbruderschaft den Revolutionären angeschlossen, denn sie wollen in einer neuen Regierung die Macht nicht mit Generälen teilen. Was meinen Sie. Ägypten - versinken die Wahlen in der Gewalt? Schreiben Sie uns an: Quadriga@dw-world.de Die Gäste der Sendung sind: Mazen Hassan - Der ägyptisch-deutsche Journalist studiert an der Kairo-Universität Germanistik und arbeitet zunächst als Deutschlehrer am dortigen Goetheinstitut. Ab 1990 schreibt er als freier Journalist hauptsächlich für die Tageszeitung Al-Ahram, die älteste und auflagenstärkste Tageszeitung im Nahen Osten. 1994 wird er Deutschlandkorrespondent für diese Zeitung in deren Frankfurter Büro. Heute arbeitet er als Redakteur bei der Deutschen Welle TV in Berlin. Thomas Hasel - Der Journalist und Politologe absolviert sein Studium an den Universitäten in München, Paris und Berlin. 2002 promoviert er an der Berliner Freien Universität über den algerischen Machtkonflikt zwischen Islamisten und Staatsführung. Seit 1994 beschäftigt er sich intensiv mit den Staats- und Wirtschaftssystemen in der arabischen Welt. Als Lehrbeauftragter an der Freien Universität liegt der Schwerpunkt seiner Tätigkeit auf einer Untersuchung der autoritären Regime in Nordafrika und den Schwierigkeiten, diese zu demokratisieren. Als Journalist war er in den vergangenen Jahren mehrfach in der Region unterwegs. Hoda Salah - Sie studiert Pädagogik und Deutsch in Ägypten, sowie Politikwissenschaften, Medienwissenschaften und Germanistik in Mannheim und Waterloo/Kanada. In ihrer Doktorarbeit beschäftigt sie sich mit der politischen Partizipation von Frauen im Islamismus. Nach ihrer Ausbildung ist sie bis 2010 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Politik des Vorderen Orients der Freien Universität Berlin tätig. Heute ist sie Postdoktorandin an der Universität Frankfurt. Ihr Forschungsthema ist die Jugendkultur in Ägypten und die Jugend als Träger der Moral und des Sexualwandels. Forschungsschwerpunkte sind weiterhin auch die Politik und Kultur des Nahen Ostens, Demokratisierungsprozesse, Frauenbewegungen, islamischer Feminismus, Politischer Islam und soziale Bewegungen im Nahen Osten. Nebenbei ist sie auch als politische Beraterin für das Europäische Parlament, politische Stiftungen und Institutionen tätig.


Quelle: DW

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