Notizbuch - Nah dran - Bayern 2: Vom Verschwinden der Hebammen in der Welt - 23.01.2012 | Audio der Sendung vom 23.01.2012 11:15 Uhr (23.1.12)

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Vom Verschwinden der Hebammen in der Welt - 23.01.2012

23.01.2012 | 12:09 min | BR

Als im Dezember 2011 die amerikanische Hebamme Ina May Gaskin für ein lebenslanges Engagement für sichere und natürliche Geburten mit dem "Alternativen Nobelpreis" ausgezeichnet wurde, da flackerte in der modernen Welt die Erkenntnis auf, dass der uralte Beruf der Geburtshelferin tatsächlich längst auf der Liste der aussterbenden Arten steht. In Nordamerika sind Hebammen als "Relikt einer barbarischen Vergangenheit" schon seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts quasi abgeschafft. Der Preisträgerin ist es zu verdanken, dass die alte Tradition wiederbelebt wird. Sie konnte beweisen, dass die traditionellen Geburtsmethoden weniger Risiken beinhalten, als die moderne Praxis in hocheffizienten Kliniken, die immer öfter auf den Kaiserschnitt zurückgreifen, weil der chirurgische Eingriff besser in die Dienstpläne passt, als der natürliche Verlauf einer Kindsgeburt. Weltweit verdrängt die Technik die Hebammen und die macht die Geburt zur effizient durchorganisierte Ware. Die sozialen und psychologischen Folgen allerdings werden erst langsam deutlich.

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