Ärzte ohne Grenzen: Abschiebung nach Syrien "unverantwortlich"

Ärzte ohne Grenzen: Abschiebung nach Syrien "unverantwortlich"

03.04.2018 MorgenmagazinDas Erste

Florian Westphal, Geschäftsführer "Ärzte ohne Grenzen", nannte die Möglichkeiten der medizinischen Hilfe in Syrien"extrem eingeschränkt". Das habe natürgemäß mit den andauernden Kämpfen zu tun, "aber auch damit, dass der Zugang für unabhängige humanitäre Hilfe, die von uns geleistet wird, sehr erschwert wird. Unter anderem ist es uns nicht möglich in Gebieten zu arbeiten, die von der syrischen Regierung kontrolliert werden, weil man uns den Zugang weiterhin verwehrt. Aber auch in anderen Gebieten kann man praktisch nur sehr wenig machen." Unter diesen Bedingungen unterstütze die Organisation einige Krankenhäuser im Norden des Landes. Ärzte ohne Grenzen betreibe dort auch einige mobile Kliniken. Darüber hinaus arbeite die Hilfsorganisation mit etwa 40 syrisch betriebenen Krankenhäusern zusammen. Westphal appellierte an alle Konfliktparteien, eine friedliche Lösung herbeizuführen. Vor allem dürften keine Angriffe mehr auf Zivilisten stattfinden, von denen auch Mediziner nicht ausgenommen seien. Abschiebungen von Flüchtlingen nach Syrien hält Westphal für kaum vorstellbar. "Unter den Umständen jemanden ins Land zurückzuschicken, wäre unverantwortlich."

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03.04.2019 ∙ 21:59 Uhr