Wir im Saarland - Kultur: WimS: Faust als selbstgefälliger Betrüger (05.06.2019) | Video der Sendung vom 05.06.2019 14:30 Uhr (5.6.2019)

WimS: Faust als selbstgefälliger Betrüger (05.06.2019) - Standbild

WimS: Faust als selbstgefälliger Betrüger (05.06.2019)

05.06.2019 Wir im Saarland - Kultur SR Fernsehen

Der ehrenwerte Universalgelehrte Dr. Faust ist ein deutscher Mythos. Von dem bleibt in der Oper "Faust" am Saarländischen Staatstheater nicht viel übrig. Starregisseur Vasily Barkhatov zeigt einen arroganten Mann aus der upper class, der junge Frauen ins Unglück stürzt. Darf man so mit Faust umgehen? Es beginnt mit der Beerdigung von Margarethe, um ihren Sarg stehen trauernde Menschen. Faust tritt auf und einer der Trauernden geht ihm an die Gurgel. Wie sich später zeigt, ist es Mephisto. Nur, dass der in der Inszenierung von Vasily Barkhatov nicht Mephisto ist, sondern jemand der Margarethe sehr nahe stand. Dann beginnt die Oper, und die findet drei Monate nach der Beerdigung statt - und damit auch drei Monate nach Ende der Handlung in der Oper. Regisseur Vasily Barkhatov beginnt mit der Geburtstagsfeier von Dr. Faust, die von einer Terrorgruppe gestört wird. Sie nimmt Rache an Faust und zwingt dessen (erfundene) Tochter in die Rolle der Margarethe einzunehmen. Bis die Tochter von Faust am Ende aus dem Fenster springt. Die Rolle von Faust wird auf zwei Rollen verteilt, die Rolle von Margarethe wird von Fausts (erfundener) Tochter gespielt. Ein Spiel mit vielen Ebenen, das bei der Premiere auch für Verwirrung gesorgt hat. Karsten Neuschwender entwirrt die stringente und diskussionswürdige Inszenierung.

Bildquelle · Quelle: SR-online

Video verfügbar bis:
05.06.2020 ∙ 16:50 Uhr

Mehr aus der Sendung