Schätze der Welt: Die Seidenbörse von Valencia, Spanien, Folge 385 | Video der Sendung vom 10.05.2020 17:40 Uhr (10.5.2020)

Frauen in Seidenkleidern im Tempel der Seidenhändler

Die Seidenbörse von Valencia, Spanien, Folge 385

10.05.2020 ∙ Schätze der Welt ∙ 3sat

Auf den ersten Blick erscheint sie mit ihrem wuchtigen Turm wie eine zinnengekrönte Burg inmitten der Altstadt von Valencia: Die Seidenbörde, La Lonja de la Seda. Doch wer den Fuß über die Schwelle eines der drei riesigen Portale mit den reich verzierten, gotischen Spitzbögen setzt, glaubt eine Kathedrale zu betreten. Mächtige, spiralförmig gewundene Säulen ragen in der dreischiffigen Basilika über siebzehn Meter hoch auf. Die aus dem Stein gearbeiteten Rippen spannen sich wie Palmzweige zu einem Gewölbe. Einen Altar allerdings sucht man vergeblich, man steht in keinem Gotteshaus, sondern in dem ehemaligen Geschäftstempel der Seidenhändler, dem wohl bedeutendsten gotischen Profanbau Spaniens. Erbaut wurde die Lonja am Ende des 15. Jahrhunderts, als die Kaufleute durch den Seidenhandel reich geworden waren, und die Stadt ihren Wohlstadt architektonisch demonstrieren wollte. Fünfundzwanzigtausend Menschen webten damals an diesem Reichtum. Die Hafenstadt Valencia war zu einer Hochburg der Seidenproduktion herangewachsen, und exportierte den begehrten glänzenden Stoff über das Mittelmeer in alle Welt.

Bild: SWR, SWR -
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