Kontrovers: WM 1974 · Flucht aus der DDR: Gefahr an der Grenze (2/2) | Video der Sendung vom 29.05.2024 21:30 Uhr (29.5.2024) mit Untertitel

Thomas von Fritsch, Bernd Herzog, Thomas Röthig 1974

WM 1974 · Flucht aus der DDR: Gefahr an der Grenze (2/2)

29.05.2024 ∙ Kontrovers ∙ BR Fernsehen
UT
Sendungsbild: kontrovers

Als die BRD ins WM-Finale einzieht, wollen drei Männer aus der DDR fliehen. Sie hoffen, dass während des Spiels die Grenzbeamten abgelenkt sind. Geht etwas schief, kann das fatale Folgen haben. Doch kurz vor der Grenze werden ihre Pläne durchkreuzt. Es gab zwei "deutsche" Mannschaften bei der Fußball WM 1974. Deutschland war 1974 ein geteiltes Land mit zwei Staaten, der BRD und der DDR, getrennt durch eine Mauer und einen Todesstreifen. Wer versuchte, von Ost nach West zu fliehen, begab sich in Lebensgefahr. Wer geschnappt wurde, kam für mehrere Jahre ins Gefängnis. Vor diesem Hintergrund kam es während der Weltmeisterschaft zum ersten Aufeinandertreffen der beiden Fußball-Nationalmannschaften: BRD-DDR. Ein historisches Spiel, eine sportliche Auseinandersetzung der Klassenfeinde. Die Vorzeichen waren unheilvoll. Zwar schienen sich 1974 beide Staaten durch die Ostpolitik Willy Brandts anzunähern, Anerkennung statt Konfrontation hieß die neue Formel. Doch dann der Paukenschlag: Am 24. April 1974 wurde Günter Guillaume verhaftet, der Spion im Kanzleramt. Fast 20 Jahre hatten er und seine Frau Christel als DDR-Agenten in der BRD gelebt, jetzt wurden sie enttarnt und verhaftet, wenige Wochen vor der WM. Willy Brandt trat zurüc. Das Ministerium für Staatssicherheit in Ost-Berlin arbeitete unter Hochdruck. Eine Woche nach dem Rücktritt von Willy Brandt befahl Erich Miele die Aktion "Leder", eine der größten Stasi-Aktionen in der deutsch-deutschen Geschichte. Das MfS war nicht nur damit beschäftigt, die Fußball-Mannschaft der DDR und deren Betreuer von Fluchtversuchen abzuhalten, sondern auch Tausende Schlachtenbummler, denen die Fahrten zu den Spielen in der BRD gestattet war. Und doch gab es Fluchtversuche rund um diese WM - einen davon hatten drei Abiturienten aus der DDR mit westlicher Hilfe monatelang vorbereitet. Ihr Plan: mit gefälschten Pässen während des Endspiels in den Westen zu fliehen. Doch dann wurden ihre Pläne plötzlich durchkreuzt - und die Flüchtenden mussten improvisieren.


Bild: Rüdiger von Fritsch; Montage: BR