Wem gehört der Osten? - Die Bahn | Video der Sendung vom 06.04.2023 22:10 Uhr (6.4.2023) mit Untertitel

Ein Mann steht or einer alten Lok und lächelt

Wem gehört der Osten? - Die Bahn

06.04.2023 ∙ Wem gehört der Osten? ∙ MDR-Fernsehen
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Wem gehört der Osten? (Sendereihenbild)

Bis 1989 rollte die Deutsche Reichsbahn als das Transportmittel Nummer eins durch die DDR. Mit einer viertel Million Beschäftigten war die Reichsbahn der größte Betrieb der DDR. Sie bewältigte achtzig Prozent aller Gütertransporte und die Hälfte des ostdeutschen Personenverkehrs – planwirtschaftlich organisiert und so etwas wie ein Staat im Staate. Zur deutschen Reichsbahn gehörten 14.000 Gleis-Kilometer, 1800 Bahnhöfe, 7000 Lokomotiven, mehr als 170.000 Wagons und mindestens 46.000 Hektar Grundstücke sowie tausende Eisenbahnerwohnungen. Wem gehört all das heute? Mit dem Ende der Reichsbahn der DDR vollzog sich in den letzten Jahrzehnten einer der facettenreichsten Privatisierungsprozesse der Deutschen Einheit. Heute gehört Vielen ein Stück von der ehemaligen Staatsbahn und Einige konnten sich sogar den Traum von der eigenen Bahngesellschaft verwirklichen - ein paar Erzgebirgler sogar so erfolgreich, dass sie heute den Rasenden Roland auf Rügen betreiben. Am Ende der DDR war die Deutsche Reichsbahn ziemlich heruntergewirtschaftet. Allerdings ist auch die Deutsche Bundesbahn zu diesem Zeitpunkt in desolatem Zustand, so dass beide Bahngesellschaften noch 4 Jahre parallel betrieben wurden. Erst mit der Bahnreform 1994 fusionierten Reichs- und Bundesbahn zur Deutschen Bahn Aktiengesellschaft. Die DB AG beginnt 1994 mit der Ausdünnung des Gleisnetzes und mit dem Verkauf von Immobilien. Der Leipziger Hauptbahnhof wird als einer der ersten Bahnhöfe verkauft - an die Deutsche Bank. 1000 weitere Bahnhöfe bekommt ein britischer Immobilieninvestor, der diese auf Immobilienauktionen weiter versteigert. Aber auch Privatpersonen kommen zum Zug: Als Thomas Wittstock ein neues Zuhause für die Familie sucht, stößt er zufällig auf die Angebote der DB Immobilien. Bahnhöfe in Ostdeutschland, Beamtenwohnhäuser und ehemalige Empfangsgebäude werden so billig angeboten, dass er das kaum glauben kann. Wittstock kauft gleich ein Dutzend Bahnhöfe und Empfangsgebäude in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen und macht mit den Mieten schon wenige Jahre später Gewinn. Doch nicht alle Objekte sind Schnäppchen. So manch still gelegter Güterbahnhof befindet sich in bester Innenstadtlage. Als z.B. der Magdeburger Elbebahnhof zum Verkauf steht, wollen gleich mehrere Bauinvestoren das begehrte Grundstück neben dem Dom kaufen. 40.000 Quadratmeter für vier Millionen Euro. Doch die Bahn will nicht nur das Grundstück verkaufen, sondern auch gleich noch ihre Eisenbahnbrücken über die Elbe loswerden – insgesamt zwei Kilometer Brückenbauwerke aus Stahl. Investor Rolf Onnen kauft das Paket und wird zugleich für die Stadt zum Glücksfall. Auf dem ehemaligen Güterbahnhof errichtet er zunächst Magdeburgs exklusivstes Wohngebiet. Mit den zwei Kilometern Brücken-Altlast wird der Architekt so etwas wie ein privater Stadtplaner. So hat er aus der Eisenbahn-Hub-Brücke eine Fußgängerbrücke über die Elbe gemacht und stellt sie allen Magdeburgern kostenlos zur Verfügung. Seine anderen Brücken


Bild: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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bis 06.04.2024 ∙ 22:10 Uhr