Fakt ist!: Im Namen der Gerechtigkeit - der Streit ums Gendern | Video der Sendung vom 25.09.2023 22:10 Uhr (25.9.2023) mit Untertitel

Andreas Menzel und  Gäste im Studio in Erfurt.

Im Namen der Gerechtigkeit - der Streit ums Gendern

25.09.2023 ∙ Fakt ist! ∙ MDR-Fernsehen
Ab 0
Moderatoren Andreas Menzel, Anja Heyde und Andreas F. Rook vor Sendungslogo Fakt Ist!

Gibt es einen verstärkten öffentlichen Druck zu gendern? Wie sinnvoll ist es, in offiziellen Schriftstücken durch Sonderzeichen eine geschlechtergerechte Sprache anzuwenden? Wieso ist die Diskussion ums Gendern derart emotional aufgeladen? Fachleute und Politikerinnen diskutieren mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern bei "Fakt ist! Aus Erfurt". Andreas Menzel und Lars Sänger moderieren die Sendung, bei der das Live-Publikum im Studio wesentlichen Anteil am Gesprächsverlauf hat und sich mit Meinungen, Erfahrungen und Fragen einbringt. Folgende Gäste im Podium stellen sich der Diskussion: * Beate Meißner (CDU), Landtagsabgeordnete aus Sonneberg * Madeleine Henfling (Bündnis 90/Die Grünen), Landtagsabgeordnete aus Ilmenau * Tim Schröder, Autor, Wissenschaftsjournalist aus Oldenburg * Prof. Dr. Uwe Cantner, Vizepräsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena "Die Vorgabe zu gendern befördert die Polarisierung in der Gesellschaft und ist Ausdruck einer zunehmenden Entfremdung zwischen Politik und Verwaltung und der Bevölkerung", ist sich die Thüringer CDU-Landtagsabgeordnete Beate Meißner sicher. Daher habe ihre Fraktion den Gesetzentwurf eingebracht, um das Gendern in Schulen und in Schriftstücken der staatlichen Verwaltungen zu verbieten. Dieser Gesetzentwurf erzürnt die parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Madeleine Henfling: "Hier geht es gar nicht um geschlechtergerechte Sprache, es ist vielmehr ein Kulturkampf." Es gebe keine offizielle Vorschrift zu gendern. Für Wissenschaftsjournalist Tim Schröder stellt sich die Realität ganz anders dar: "Im Arbeitsalltag vieler Mitarbeiter in Institutionen und Verwaltungen gilt jetzt schon de facto ein Genderzwang." Die Aussage, es sei jedem freigestellt zu gendern oder nicht, sei falsch. Für den Vizepräsidenten der Uni Jena, Professor Uwe Cantner, ist sowohl die politische Order nicht zu gendern als auch die Order nur noch zu gendern falsch. Seine Ansicht lautet: "Gendersensible Sprache wird von vielen überbewertet."


Bild: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK